Energiesparförderprogramm der Gemeinde

Eine Besonderheit des Programmes seit Einführung 1993 ist, dass nicht nur Maßnahmen zur Energieeinsparung an Gebäuden, sondern auch die Stromeinsparung (auch ohne technische Maßnahmen) gefördert werden.

Das Förderprogramm hat seit 1993 bereits zur Einsparung einer Energiemenge entsprechend von 996.000 Litern Öl pro Jahr und rund 107.000 Kilowattstunden Strom geführt. Dadurch wird der Kohlendioxidausstoß um 3.374 Tonnen pro Jahr gesenkt. 

Seit 2014 werden zusätzlich Photovoltaikanlagen gefördert, die nicht auf nach Süden hin ausgerichteten Dächern errichtet werden.

Zur Beurteilung geplanter Maßnahmen muss der Ist-Zustand des Gebäudes festgestellt werden. Dies geschieht durch ein kleines Gutachten, der sog. "Energiesparberatung für Wohngebäude", dessen Kosten zu 80 % (neu ab 1.2.2020), bei Ein- und Zweifamilienhäusern max. 800 Euro, vom Bundesamt für Wirtschaft (Richtlinien) übernommen werden. In diesem unbürokratisch zu beantragenden Gutachten bekommen Sie Vorschläge, wie Sie den Energieverbrauch Ihres Gebäudes reduzieren können.

Energieberater finden Sie auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Beabsichtigen Sie, die Vorschläge des Gutachtens zu verwirklichen, die eine Energieeinsparung von mind. 20 Prozent bewirken, dann können Sie eine Förderung bei der Gemeinde beantragen. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der im Gutachten genannten Höhe der Energieeinsparung und beträgt je nach Anzahl der Wohneinheiten 0,50 bis 1,25 Euro pro eingespartem Liter Heizöl bzw. Kubikmeter Gas (Bezugszeitraum eine Heizperiode).

Für den alleinigen Einbau von Sonnenkollektoren wird ein sich an der Größe der Anlage orientierender Zuschuss gezahlt (kein Gutachten notwendig).

Wichtig ist immer, dass die Antragstellung vor Auftragserteilung erfolgt! Darüber hinaus fördert die Gemeinde Ottobrunn nur, wenn es für die jeweiligen Maßnahmen keine Fördermittel anderer Stellen gibt (Bsp. Bund).

Bisher wurden Photovoltaikanlagen aufgrund der höheren Erträge und somit höherer Wirtschaftlichkeit bevorzugt auf nach Süden hin orientierten Dächern installiert. Dies führt naturgemäß dazu, dass die höchste Leistung in den Mittagsstunden anfällt. Eine Ausrichtung nach Osten bzw. Westen ist zwar mit etwas niedrigeren Erträgen und somit geringerer Wirtschaftlichkeit verbunden, ermöglicht aber im Verbund mit den nach Süden hin orientierten Anlagen eine zeitlich deutlich verlängerte und gleichmäßigere Stromproduktion.

Deswegen werden Photovoltaikanlagen, die auf nach Osten bzw. Westen hin ausgerichteten (Abweichung mind. 60 Grad in Richtung Osten oder Westen von der reinen Südausrichtung) Schrägdächern (mind. 20 Grad geneigt) errichtet werden sollen, mit 10 Prozent der Investitionskosten gefördert. Auch hier muss die Antragstellung vor Auftragserteilung erfolgen.

Gefördert wird eine Senkung des Stromverbrauchs von mind. 10 Prozent bzw. 75 Kilowattstunden pro Jahr mit einmalig 0,20 Euro je eingesparter Kilowattstunde, max. 200 Euro. Nicht gefördert wird eine Stromeinsparung bei Verringerung der Personenzahl des Haushaltes bzw. bei einer Elektroheizung.

Genaueres zu den Fördermöglichkeiten finden Sie in den Richtlinien des Energiesparförderprogramms, die auch an der Rathauspforte ausliegen.

Weitere Auskünfte erhalten Sie von Dr. Martin Thorn, Leiter Umweltschutz (Tel. 608 08-106).

Bundes- bzw. landesweite Förderungen (Stand 24.01.2020)

Von der bundeseigenen KfW-Bank gibt es für verschiedene Energiesparmaßnahmen (Wärmedämmungen, die Erneuerung von Fenstern sowie der Erstanschluss an Fernwärme) bei bestehenden Gebäuden Zuschüsse oder zinsvergünstigte Kredite. Es handelt sich um das Programm "Energieeffizient Sanieren". 
Der Bauantrag des Gebäudes muss vor dem 1. Feb. 2002 gestellt worden sein. Die Fördersätze sind im Rahmen des Klimapaketes deutlich erhöht worden und betragen für Einzelmaßnahmen nun 20 % der förderfähigen Kosten.
Für umfangreichere Sanierungen, bei denen im Anschluss der Energiebedarf nach der geltenden Energieeinsparverordnung erreicht oder gar unterschritten wird, können mit bis zu 40 % der anfallenden Kosten bezuschusst werden.
Errichten Sie ein Energiesparhaus mit einem Verbrauch deutlich niedriger als in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben, dann können Sie über das Programm "Energieeffizient Bauen" von der KfW-Bank ebenfalls einen zinsvergünstigten Kredit mit Tilgungszuschuss bekommen.

 

 

Erneuerungen von Heizungen, wobei hier in jedem Fall erneuerbare Energien mitgenutzt werden müssen, werden durch das Bundesamt für Wirtschaft gewährt. Je nach Maßnahme können bis zu 45 % bezuschusst werden. Über das Bundesamt für Wirtschaft werden auch Solarthermieanlagen mit bis zu 30 % gefördert. Weitere Informationen finden Sie hier.

Neu können alternativ die Kosten von Sanierungen an mindestens zehn Jahre alten Gebäuden von der Steuer abgesetzt werden. Die Anforderungen entsprechen weitgehend den beiden o. g. Fördermöglichkeiten. Während aber bei den Zuschüssen der Antrag auf jeden Fall vor Beauftragung der Maßnahmen gestellt werden muss, können bei der steuerlichen Abschreibung die Maßnahmen bereits (nach dem 31.12.2019) durchgeführt worden sein. Von den angefallenen Kosten können im Jahr der Durchführung sowie im darauffolgenden Jahr 7 % der Aufwendungen abgesetzt werden und im übernächsten Jahr nochmalig 6 %. Die maximale Steuerermäßigung beträgt in den ersten beiden Jahren je 14.000 € und im dritten Jahr 12.000 €.  Durchgeführt werden müssen die Maßnahmen auf jeden Fall von Fachunternehmen bzw. von Energieberatern beaufsichtigt werden.