3. Kita-Träger-Netzwerktreffen am 30.10.2025
Erstes Schwerpunktthema: häusliche Gewalt
21 Netzwerkerinnen trafen sich am 30. Oktober 2025 zum dritten Austausch in diesem Jahr. Die Gruppe besteht aus pädagogischen Leitungen, stellvertretenden Leitungen und Trägervertretungen der Ottobrunner Betreuungslandschaft, aus Verwaltungsmitarbeiterinnen der Abteilung Familie, Bildung, Soziales und eingeladenen Referentinnen und Referenten.
Vortrag der Interventionsstelle im Landkreis München (ILM)
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde berichteten Ulrike Lein und Nadezda Rekunkova von ihrer Arbeit bei der ILM, der Fachstelle zur Hilfe und Prävention bei häuslicher Gewalt im Landkreis München. Jedes Jahr finden am 25. November Aktionen rund um den „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ statt.
Bei Gewalt wird häufig zuerst an körperliche Übergriffe gedacht, sie umfasst jedoch auch sexuelle und psychische Gewalt zwischen Erwachsenen, die in nahen Beziehungen zueinander stehen oder gestanden haben. Gewalt hat viele Formen. Macht und Kontrolle stehen dabei jedoch immer im Mittelpunkt: Entscheidungen werden ohne Zustimmung getroffen, Kontakte eingeschränkt, es wird eingeschüchtert, gedroht, das Geld eingeteilt, der Arbeitsplatz vorgegeben oder verboten, vor dem sozialem Umfeld herabgewürdigt, die Kinder als Druckmittel eingesetzt, vergewaltigt, zu sexuellen Handlungen genötigt, gestoßen, geschlagen, getreten, gewürgt, gefesselt, verbrüht oder mit Waffen verletzt. Und als wäre diese Aufzählung und das Leid nicht schon schlimm genug, befinden sich zu 81 % der Fälle auch noch Kinder im Haushalt.
Um bei Zahlen zu bleiben: Häusliche Gewalt ist die weltweit häufigste Verletzungshandlung, sie kommt in allen Kulturen, in allen Schichten und bei allen Altersstufen vor. Jede dritte Frau ist oder war im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Opfer von Häuslicher Gewalt und 81 % der betroffenen Frauen haben Kinder.
Es gibt auch häusliche Gewalt an Männern. Der Anteil ist jedoch prozentual weitaus niedrigerer.
Zweites Schwerpunktthema: Sprache
Sprachförderung in Ottobrunn
Elisabeth Stein von der vhs SüdOst stellte die breite Angebotspalette zum Thema Sprachförderung im Kindergarten- und Schulalter vor und bot den Ottobrunner Pädagoginnen und Pädagogen eine gemeinsame Fortbildung an, welche die VHS für Ottobrunn organisieren könne.
Zu den VHS-Angeboten zum Thema Sprache und Integration: https://www.vhs-suedost.de/fachbereich/vhs/deutsch-integration#/
In der Montessori-Pädagogik wird Sprache als der "Schlüssel zur Welt" bezeichnet. Durch Sprache können Kinder die Welt verstehen, sich ausdrücken, mit anderen in Kontakt treten und Wissen aneignen. Es ist nicht erst seit den Ergebnissen der durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus eingeführten verpflichtenden Sprachstandserhebungen bekannt, dass nicht wenige Kinder (mit und ohne Migrationshintergrund) mit der deutschen Sprache ihre Schwierigkeiten haben.
Die Gemeinde Ottobrunn setzt hier schon länger an, so dass die Wirkung auch wirklich bei den Kindern ankommt:
- Im nachschulischen Bereich werden spezielle DaZ-Kräfte (Deutsch als Zweitsprache) gefördert.
- Die Vorkurse in den Kindergärten finden teilweise in Kooperation mit der Volkshochschule statt.
- Durch den Sozialpass der Gemeinde steht das breite Angebot der VHS auch stark vergünstigt zur Verfügung, sowohl für Eltern, als auch für Kinder von einkommensschwachen Familien (https://www.ottobrunn.de/rathaus-buergerservice/rathaus/sozialamt-leistungen).
- Neu ist das Sprachpaten-Projekt mit ehrenamtlichen Seniorinnen und Senioren, die in Kindertageseinrichtungen vorlesen oder sich maßgeblich um die Unterstützung bei Schulthemen kümmern und dem Helferkreis Asyl zur Seite stehen. Mehr über das Ehrenamtsprojekt erfahren Sie hier: https://www.ottobrunn.de/bildung-soziales/kinder-jugendliche/jobboerse-im-paedagogischen-bereich/projekt-sprachpaten.
Ausblick: Fokusthema 2026
Die Bedarfsplanung für die Jahre 2026-2037 zeigt, dass in Ottobrunn, zum aktuellen Stand ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Die große Aufgabe besteht darin, die Plätze möglichst passgenau anzubieten, flexible Modelle zu wagen und vor allem die offenen Fachkräftestellen zu besetzen.
Die Netzwerkrunde ist sich einig: 2026 werden wir verstärkt in die Eigenwerbung und Personalakquise gehen und durch verschiedene gemeinsame Aktionstage aufzeigen, wie schön es in Ottobrunn ist und warum sich potentielle Bewerberinnen und Bewerber für eine Einrichtung in Ottobrunn entscheiden sollten. Und bei Berufsinformationsmessen und durch Praktikumsangebote aller Art möchten wir junge Interessierte für uns begeistern.