Ermanno-Wolf-Ferrari
Das Bürgerhaus der Gemeinde Ottobrunn wurde zur Erinnerung an den deutsch-italienischen Komponisten Ermanno Wolf-Ferrari, der ab 1915 sechzehn Jahre lang im Ottobrunner Raum lebte, mit Gemeinderats-Beschluss vom Dezember 1985 "Wolf-Ferrari-Haus" genannt.
Ermanno Wolf-Ferrari wurde 1876 in Venedig geboren. Sein Vater war ein deutscher Kunstmaler, seine Mutter Venezianerin. Mit 16 Jahren kam Wolf-Ferrari erstmals nach München. Hier studierte er an der Münchner Kunstakademie für Tonkunst Komposition. Zeitlebens blieb er München und seinem Umland eng verbunden.
Er baute sich in Ottobrunn eine Villa, die der neu gegründeten Gemeinde Ottobrunn von 1955 bis 1983 als erstes Rathaus diente. "Vita Nova" ließ er als Inschrift über die Eingangstüre einmeißeln - ein neuer Lebensabschnitt sollte in diesem Haus beginnen; und in der Tat waren diese Ottobrunner Jahre für Wolf-Ferrari eine überaus fruchtbare, schöpferische Zeit.
Im Münchner Umland verbrachte Wolf-Ferrari den größten Teil seines Lebens; hier schuf er seine Hauptwerke; hier waren seine Opern Repertoirestücke am Nationaltheater; hier fanden die Uraufführungen von dreien seiner Opern statt. Jahrelang gehörte er zu den fünf am meisten gespielten Opernkomponisten der Welt nach Mozart, Wagner, Verdi, Puccini, zeitweise noch vor Richard Strauss.
Am 21. Januar 1948 starb Ermanno Wolf-Ferrari in Venedig.
Derzeit zeichnet sich eine gewisse "Renaissance" des Interesses am vielfältigen Werk von Wolf-Ferrari ab.